Geruchsbekämpfungssystem in Lebensmittelverarbeitungsbetrieben

Grundlagen

Die Grundlagen des Systemdesigns sind wie folgt:

Geruchsbelasteter Abluftstrom:                                  15.000 m³/h

Angenommene Luft-Eintrittstemperatur:                    <60 °C

Angenommenes Geruchsniveau im Einlassstrom:    <3500 OUE/m³

Gefordertes Geruchsniveau im Abgasstrom:            <400 OUE/m³

 

System Überblick

Geruchs- und dampfbeladene Luft wird von Kochherden, Kochkesseln und allgemeiner Belüftung aus den Produktionsbereichen gesammelt und über verschiedene Edelstahl- und GFK-Kanalanschlüsse in das System eingespeist. Jeder Einlasskanal wird über ein System von pneumatisch betätigten Klappen gesteuert, die im Bereich der Öfen je nach Bedarf entweder in das System oder in den Bypass geschaltet werden können.

Die acht Kesselabsaugleitungen sind jeweils mit einer pneumatisch betätigten Absperrklappe ausgestattet und münden in einen gemeinsamen Sammelkanal, der mit einer manuell zu betätigenden Einstellklappe ausgerüstet ist. Die Hauptkanäle werden in einer Mischbox zusammengefasst und die gesamte Mischluft wird über einen Radial-Ventilator mit Polypropylengehäuse in das Hauptsystem gefördert.

Alle Emissionen werden über einen gemeinsamen Sammelkanal gesammelt und zuerst in einen Venturiwäscher geleitet, der die Luft auf eine Geschwindigkeit von ungefähr 40-50 m/s beschleunigt, wobei ein integrierter Wasserstrahl über 6 Sprühdüsen Fettpartikel und Geruchsfeststoffe aus dem Luftstrom abscheidet.

Das teilchenförmige beladene Wasser kann sich dann in einem Sammeltank absetzen, während die Luft den Tank über einen Tropfenabscheider aus rostfreiem Stahl verlässt. Dies entfernt den Großteil des feinen Wassernebels und der Wassertropfen, die im Luftstrom enthalten sind.
Der Sammeltank ist mit einem automatischen Abblasventil ausgestattet, das auf einen vorbestimmten Wert eingestellt ist, um das Wasser im Tank aufgefrischt zu halten und eine Schlammbildung zu verhindern.
Eine Umwälzpumpe ist installiert, um die Wäschersprühdüsen mit umgewälztem Tankwasser unter Druck zu versorgen. Die Pumpe ist durch einen Inline-Wasserfilter und einen Ultraschall-Füllstandssensor geschützt, der bei starkem Absinken des Wasserstands ein Signal zum Abschalten der Pumpe sendet.

Luftseitig hinter dem Tropfenabscheider befindet sich der Ozoninjektionspunkt, an dem das Ozongas in den Luftstrom geleitet wird. Von hier aus wird die Luft / Ozon-Mischung in ein Verweilzeitgefäß befördert, dies ermöglicht durch eine Erhöhung der Verweilzeit auf 4 Sekunden eine Oxidation der VOCs, bevor die Luft in den Lufterhitzer eintritt.

Die Luft wird dann in ein mit Dampf beheiztes Edelstahl-Heizregister geleitet, wo die Temperatur der gewaschenen Luft zur Kondensatvermeidung. Hierdurch werden Gebläse und Aktivkohlebett vor Feuchtigkeit geschützt.

Der direktgetriebene Haupt-Radialventilator aus rostfreiem Stahl ist mit einem 30-kW-Antriebsmotor ausgestattet. Die Steuerung erfolgt druckabhängig über einen Frequenzumformer, um die optimale Systemleistung zu erzielen. Der Ventilator ist so platziert, dass er Luft aus dem System über den Venturiwäscher und alle relevanten Produktionsbereiche saugt und die Luft durch das Kohlenstoffadsorberbett und mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre drückt.

Druckseitig wird die Luft durch das Gebläse durch den Kohlenstoffadsorber geführt, der verbleibende VOCs aus dem Abgas entfernt, bevor es mit hoher Geschwindigkeit über den Kamin abströmt. Zur Verbesserung der Vermischung mit der Atmosphärenluft ist die Kaminmündung mit einem Deflektorsystem ausgestattet.